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BGM Maßnahmen: Betriebliche Kommunikation bestimmt den Erfolg

Mai 13, 2024
BGM Maßnahmen erfolgreich umgesetzt

Sie setzen sich leidenschaftlich für die Gesundheit Ihrer Kolleginnen und Kollegen ein indem Sie sich dafür stark machen, dass das BGM mehr Ressourcen bekommt? Sie führen regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durch, um zu ermitteln, welche Belastungen und Wünsche im Unternehmen existieren? Sie stellen ein vielfältiges Gesundheitsangebot auf Basis der Befragungen zusammen aber trotzdem ist die Teilnehmerquote gering? Falls Sie die Fragen mit „Ja“ beantwortet haben sind Sie damit nicht alleine. Umfragen zeigen, dass viele BGM-Verantwortliche mit der Resonanz Ihrer Angebote nicht zufrieden sind. Im Einzelfall kann das viele Gründe haben, z.B. das Angebote nicht bedarfsorientiert erstellt werden und an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden vorbei gehen. Meistens liegt es jedoch an etwas viel banalerem, die BGM-Maßnahme wurde nicht richtig kommuniziert.

Was sind Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements?

Welche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung gibt es?

Wieso eine gute Kommunikation wichtig ist

Darum scheitert gutes BGM häufig an der Kommunikation

Teilnahmequote von BGM Maßnahmen durch gezielte Kommunikation erhöhen

5 Tipps für die BGM Maßnahmen Kommunikation

Was sind Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements?

Maßnahmen für betriebliches Gesundheitsmanagement sind Aktivitäten, die darauf abzielen, die Gesundheit der Belegschaft zu fördern. Sie umfassen verschiedene Aspekte, die dazu dienen, die Arbeitsbedingungen zu analysieren, potenzielle Belastungen zu identifizieren und dann zu beheben.

In allen drei Säulen des BGM können verschiedene Maßnahmen geplant und umgesetzt werden. Die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) zielt darauf ab, die Gesundheit der Mitarbeiter durch Präventionsmaßnahmen zu fördern und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern. Das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) unterstützt Mitarbeiter, die aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen ihre Arbeitsfähigkeit verloren haben, dabei, wieder in den Arbeitsprozess integriert zu werden. Der Arbeitsschutz umfasst Maßnahmen, die darauf abzielen, Unfälle und Gesundheitsschäden am Arbeitsplatz zu vermeiden.

Generell unterscheidet man bei präventiven Maßnahmen zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention. Die Verhältnisprävention beschäftigt sich mit der Veränderungen der Arbeitsplatzbedingungen, wohingegen die Verhaltensprävention auf eine individuelle Verhaltensänderung abzielt. Beide Präventionsarten zielen darauf ab, den Krankenstand zu senken.

Innerhalb dieser Bereiche, gibt es gesundheitsfördernde Maßnahmen die auf das psychische Wohlbefinden ausgerichtet sind und Maßnahmen die auf die körperliche Gesundheit oder die Ergonomie ausgerichtet werden. Beides ist extrem wichtig für das Thema Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. 

Insgesamt dienen die Maßnahmen dazu, die Arbeitsbedingungen zu optimieren und die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Durch gezielte Maßnahmen können Unternehmen langfristig von gesünderen und zufriedeneren Mitarbeitern profitieren, was sich positiv auf die Leistungsfähigkeit und das Betriebsklima auswirkt. Das Ziel, welches über allem steht, ist eine langfristige und systematische Verhaltensänderung zu erzielen. 

Welche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung gibt es?

In einer BGM-Strategie gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, die zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz beitragen. Wir haben die wichtigsten hier aufgeführt und bewertet:

Gesundheitstage

Gesundheitstage, auf denen verschiedene Angebote wie Gesundheitschecks, Beratungen oder Workshops rund um das Thema Gesundheit und Prävention angeboten werden.

  • Positiv: Diese Tage bieten den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich aktiv mit ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen und von professioneller Unterstützung zu profitieren. 
  • Negativ: Geringe Teilnahmequote und keine langfristige Wirkung

Ergonomischer Arbeitsplatz

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Förderung eines ergonomischen Arbeitsplatzes. Hierbei geht es darum, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass körperliche Belastungen reduziert und Fehlhaltungen vermieden werden. Dazu können ergonomische Möbel, Arbeitsmaterialien und Anpassungen der Arbeitsprozesse beitragen. 
Zur Unterstützung der Mitarbeiter in Sachen Ergonomie kann ein Ergonomie Coach eingesetzt werden, der individuelle Beratungen und Schulungen anbietet. Oder Sie setzen einen digitalen Ergonomie Coach ein, der dauerhaft für Ihre Mitarbeiter da ist. So lernen Mitarbeiter langfristig, was wichtig für ihren Körper und ihre Haltung ist. 

  • Positiv: Beim digitalen Ergonomie Coach mit KI wird eine langfristige Verhaltensänderung erreicht. Außerdem animiert diese Lösung zu mehr Bewegung.
  • Negativ: Ergonomische Arbeitsplätze sind besser ausgestattet und kosten somit auch mehr Geld. Dies ist aber gut investiert. 
Mitarbeiterin am Stehtisch für ergonomische Haltung

Gesunde Ernährung

Darüber hinaus spielen auch gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung eine wichtige Rolle für die Mitarbeitergesundheit. Hierzu gehören beispielsweise Angebote zur Förderung von gesunden Mahlzeiten in Betriebsrestaurants. 

  • Positiv: Ein allgemein höheres Wohlbefinden und ein besserer Gesundheitszustand. Außerdem sind Mitarbeiter deutlich vitaler nach einem gesunden Mittagessen.
  • Negativ: Um gesunde Ernährung am Arbeitsplatz anbieten zu können, benötigen Unternehmen eine eigene Kantine. Außerdem ist sie deutlich teurer und muss bezuschusst werden, damit es attraktiv wird. 

Gesundheits-Apps

Des weiteren können Gesundheits-Apps eingesetzt werden, um die Mitarbeiter bei der Überwachung und Förderung ihrer Gesundheit zu unterstützen. Solche Apps bieten beispielsweise die Möglichkeit, sportliche Aktivitäten zu verfolgen, Ernährungstagebücher zu führen und sich individuelle Gesundheitsziele zu setzen.

  • Positiv: Die Maßnahmen bedarf keiner großen Implementierung. Jeder Mitarbeiter hat ständig ein Smartphone zur Hand und muss die App nur herunterladen.
  • Negativ: Der Einsatz solcher Apps verlangt viel Eigeninitiative und bietet bei nur kurzfristiger Nutzung keine Nachhaltigkeit.

Firmenfitness

Ein Fitnessangebot kann entweder über ein eigenes Fitnessstudio auf dem Firmengelände oder über eine Partnerschaft mit einem Anbieter für Firmenfitness realisiert werden. Bei einer Partnerschaft mit einer großen Plattform haben Mitarbeiter die flexible Auswahl, welche Angebote sie nutzen möchten.

  • Vorteile: Die Nutzer eines Fitnessangebots bekommen ausreichend Bewegung und können gleichzeitig Stress abbauen. 
  • Nachteil: Das Angebot erreicht nur die, die sowieso Fitness machen wollen.

Mental Health Seminar

Die psychische Gesundheit wird immer wichtiger, da der Fachkräftemangel zu mehr Stress am Arbeitsplatz führt. In den letzten Jahren sind die Fehlzeiten durch fehlende mentale Gesundheit enorm gestiegen. Dieser Umstand kostet Unternehmen sehr viel Geld und dennoch gibt es viele, die auch heute noch keine psychische Gefährdungsbeurteilung durchführen, obwohl sie als Teil der Gefährdungsbeurteilung auch Pflicht ist. Anbieter haben diesen negativ Trend jedoch gesehen und bieten beispielsweise Mental Health Seminare und Workshops an.

  • Vorteil: Die Teilnehmer lernen Stressbewältigung und lernen, wie sie die Resilienz stärken können. Die Workshops führen zu einer Förderung der Gesundheit von Mitarbeitern. 
  • Nachteil: Wenn die Workshops in größeren Gruppen stattfinden, ist das nicht für jeden gleich erfolgreich. Einmalige Aktionen führen nicht zu einer langfristigen Verhaltensänderung und verpuffen unter Umständen. 

Therapie Plattformen

Relativ neu auf dem Markt sind Plattformen, die Therapiegespräche (1zu1 oder Gruppen) über Videocalls anbieten. So können Mitarbeiter von überall auf der Welt mit ausgebildeten Psychologen über private und berufliche Themen sprechen und die psychische Belastung reduzieren. 

  • Vorteil: Das Angebot ist unabhängig vom Standort und bietet persönliche Safe Spaces, in denen offener Gesprochen werden kann. Außerdem bieten die Anbieter eine unabhängige Meinung. 
  • Nachteil: Damit dieses Angebot wirklich etwas bringt, muss es aktiv genutzt werden. Natürlich kann eine Führungskraft dies anordnen, aber das könnte auch kontraproduktiv sein.

Insgesamt ist ein ganzheitliches Verständnis von des betrieblichen Gesundheitsmanagements von großer Bedeutung, um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter langfristig zu erhalten. Doch was wenn die Teilnahmequoten zu gering sind?

Wieso eine gute Kommunikation wichtig ist

Eine gute Kommunikationsstrategie ist im BGM das A und O für die erfolgreiche Umsetzung von BGF-Maßnahmen. Aber wieso ist das so?

Das betriebliche Gesundheitsmanagement in seiner heutigen Form und Ausprägung ist ein relativ junges Element der strategischen Unternehmensführung. So ist vielen Beschäftigten nicht klar, dass es ein Gesundheitsmanagement im Unternehmen gibt und was dieses bietet. Gesundheitsförderung bietet längst mehr als langweilige Schulungen dazu wie man aufrecht sitzt oder seinen Bürostuhl korrekt einstellt – machen Sie das Ihren Kollegen und Kolleginnen bewusst!

Da ein attraktives BGM für viele Angestellte neu ist, verhält es sich hier wie mit der Einführung eines neuen Produktes. Erst wenn die Konsumenten wissen, dass es ein bestimmtes Produkt gibt, welchen Zweck es erfüllt und wie man es erwirbt, ergibt sich dafür eine Nachfrage. Für das BGM bedeutet das konkret zu kommunizieren, welche Angebote es gibt, welchen Zweck diese erfüllen und wie die Teilnahme erfolgt.

Oftmals wird nur ein kleiner Teil der Belegschaft angesprochen, die entweder eine sehr engagierte Führungskraft haben und sich selbst dafür interessieren. Womit wir zu den Ursache dafür kommen, das eine tolle BGM-Maßnahme durch die falsche Kommunikation nicht zu den gewünschten Effekten führen kann.

Darum scheitert gutes BGM häufig an der Kommunikation

Der Grund weshalb betriebliche Gesundheitsförderung nur ein Bruchteil der Belegschaft und häufig stehts die selben Personen erreicht, ist ein sehr einfacher: Es wird nur ein Bruchteil der Belegschaft tatsächlich angesprochen. Wieso das so ist wird deutlich wenn wir die interne Kommunikation für BGM-Maßnahmen anhand der 5 Stufen des Bewusstseins  analysieren.

Die 5 Stufen des Bewusstseins im BGM.
1. Nicht bewusst
2. Problem bewusst
3. Lösungsbewusst
4. Produkt bewusst
5. Höchst bewusst

Die Grafik zeigt fünf verschiedene Stufen, in welche sich Mitarbeitende zuordnen lassen. In der Regel sprechen Gesundheitsangebote alle ab Stufe 2 an. Das sind zum einen Personen die gesundheitliche Beschwerden haben und zum anderen Personen mit einem hohen Gesundheitsbewusstsein, häufig auch die „Sportskanonen“, welche an jeder BGM-Maßnahme teilnehmen.

Der Großteil der Beschäftigten befindet sich jedoch in Stufe 1, weil diese entweder ein geringeres Gesundheitsbewusstsein oder keine Beschwerden haben und sich daher nicht angesprochen fühlen. Beispielsweise Präventionsmaßnahmen für Muskel-Skelett-Erkrankungen, welche zu den häufigsten Ursache für krankheitsbedingte Ausfalltage zählen, sprechen selten junge Talente an. Auch wenn Statistiken zeigen, dass auch junge Menschen unter Rücken- oder Nackenproblemen leiden, gesteht es sich diese Gruppe nur schwer ein oder ist sich nicht darüber im Klaren, dass sie durch ihren „sitzenden“ Lebensstil ein hohes Risiko für weitere Beschwerden eingehen.

Wie Sie die Teilnehmerquote durch gezielte BGM-Kommunikation erhöhen können, zeigen wir im nächsten Abschnitt.

Teilnahmequote von BGM Maßnahmen durch gezielte Kommunikation erhöhen

Die interne Kommunikation zu Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement dient dem Zweck so viele Angestellte wie möglich von ihrer momentanen in die nächste Stufe zu bringen. Auch wenn ein Mitarbeitender durch Ihre Kommunikation von Stufe 2 zu 3 gelangt, ist das bereits ein Erfolg für Ihr Unternehmen. Obwohl diese Person sich noch nicht für ein Gesundheitsangebot anmeldet, hat sich dadurch bereits das Krankheitsrisiko verringert.

Da sich in jeder der fünf Stufen zu jederzeit Mitarbeitende befinden, können Sie diese nun nutzen, um verschiedene Zielgruppen zu erstellen. Jede dieser Zielgruppen kann individuell mit einer passenden Nachricht erreicht werden. Durch Mitarbeiterbefragungen finden Sie heraus wieviel Prozent der Angestellten sich in welcher Phase befinden. Hierdurch wird eine Priorisierung ermöglicht.

5 Tipps für die BGM Maßnahmen Kommunikation

Alle Kommunikationskanäle für Ihr BGM nutzen:

Hierdurch erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeitenden Ihre Botschaft erhalten.
Mögliche Kanäle sind: Intranet, Interne Newsletter & Blogs, Chats & Instant-Messaging-Tools, Social Media, Persönliche Gespräche, Schwarzes Brett, Unternehmens Wiki, E-Mail, Mitarbeiterzeitung, Meetings, Mitarbeiterversammlungen.

Auf die richtige Formulierung achten:

Es ist wichtig die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu kennen und diese klar zu adressieren. Zudem sollten Vorteile stehts aus der Sicht der Mitarbeitenden formuliert werden und die Ansprache wertschätzend sein. Auch sollten Überschriften und Adresszeilen emotional ansprechend formuliert werden.

Niederschwelligkeit von BGM Maßnahmen vermitteln:

Wenn sich Mitarbeitende in Stufe 5 befinden, sich aber bislang nicht für Gesundheitsangebote angemeldet haben liegt das häufig an wahrgenommenen Hürden. Solchen Hürden entstehen wenn Mitarbeitende denken das Sie keine Zeit haben, Vorgesetzte kein Verständnis für die Teilnahme an Angeboten zeigen oder nicht klar ist, wie man sich für Angebote anmeldet.

Zeitpunkt und Frequenz der Ansprache berücksichtigen:

Gesundheitsangebote müssen rechtzeitig kommuniziert werden, sodass Angestellte sich den Termin freihalten können. Zudem sorgen regelmäßige Erinnerungen für eine höhere Teilnehmerquote. Eine höhere Frequenz der Kommunikation von BGM-Maßnahmen impliziert, das Sie nicht nur konkrete Angebote bewerben, sondern auch regelmäßig Infomaterial verschicken. Das bietet zudem die Möglichkeit ein Problembewusstsein zu schaffen.

Kommunikationsunterlagen ansprechend gestallten:

Niemand liest gerne eine E-Mail des betrieblichen Gesundheitsmanagement wenn man von Fakten und Text erschlagen wird. Ansprechende Bilder, emotionale Sprache und wenig Text sorgen dafür, dass Ihre Nachrichten auch gelesen werden.

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